Woraus ChatGPTs Gedächtnis besteht
Laut OpenAIs Hilfeseite greift ChatGPT auf mehrere Quellen zurück: frühere Chats, gespeicherte Erinnerungen, deine eigenen Anweisungen, je nach Plan und Region auch Dateien aus der Bibliothek und verbundene Apps wie Gmail. Es gibt dabei zwei Varianten. Das neuere Gedächtnis führt eine laufend aktualisierte Zusammenfassung, die du lesen und korrigieren kannst. Die ältere Variante führt eine Liste einzelner gespeicherter Erinnerungen. Was genau du bekommst, hängt laut OpenAI von Plan, Region, Gerät und Workspace ab. Einstellen kannst du alles in den Einstellungen, in der englischen Oberfläche unter Settings → Personalization → Memory.
„Speicher voll“: zwei Meldungen, zwei Ursachen
- Gespeicherte Erinnerungen voll. Früher war die Liste der gespeicherten Erinnerungen hart begrenzt, und irgendwann ging nichts mehr hinein. Seit Oktober 2025 sortiert ChatGPT selbst: Erinnerungen, die du lange nicht gebraucht hast, rücken in den Hintergrund, damit kein „memory full“ entsteht. Das kam zuerst für Plus und Pro im Web. Im Juni 2026 hat OpenAI die Kapazität für Plus und Pro außerdem verdoppelt. Eine feste Zahl nennt OpenAI nicht. Du kannst Erinnerungen weiterhin selbst sortieren, hoch- oder herunterstufen und frühere Fassungen wiederherstellen.
- „Chat memory full“ in einem einzelnen Chat. Diese Meldung meint etwas anderes: Laut OpenAIs FAQ zum kostenlosen Plan ist dann das Kontextfenster des aktuellen Gesprächs voll, also wie viel ChatGPT in diesem einen Chat gleichzeitig berücksichtigen kann. Die Lösung ist ein neuer Chat. Erinnerungen löschen musst du dafür nicht.
Aufräumen und löschen
- Einzelne Erinnerungen: In den Gedächtnis-Einstellungen siehst du, was gespeichert ist, und löschst einzelne Einträge. Unter einer Antwort zeigt ChatGPT außerdem, welche Quellen es benutzt hat. Von dort kannst du eine Erinnerung direkt korrigieren oder löschen.
- Ein Chat ist nicht die Erinnerung: Wer einen Chat löscht, löscht damit nicht unbedingt die Erinnerung, die daraus entstanden ist. Um etwas vollständig loszuwerden, löschst du laut OpenAI beides, die gespeicherte Erinnerung und den ursprünglichen Chat, und prüfst die Zusammenfassung, archivierte Chats und Dateien in der Bibliothek.
- Nachlauf: Protokolle gelöschter Erinnerungen kann OpenAI bis zu 30 Tage aufbewahren.
- Ohne Spuren: Ein temporärer Chat legt laut OpenAI keine Erinnerungen an und ändert keine, solange er temporär bleibt.
Projekte mit eigenem Gedächtnis
Ein ChatGPT-Projekt kannst du auf „nur Projekt-Gedächtnis“ stellen (Projekteinstellungen → Memory). Dann greifen Chats im Projekt nur auf andere Chats desselben Projekts zurück, nicht auf deine übrigen Erinnerungen, und nichts fließt nach draußen. Geteilte Projekte arbeiten immer so. Eine Liste, was das Projekt sich gemerkt hat, gibt es laut OpenAIs Projekt-Hilfe nicht. Dateien pro Projekt: 5 im kostenlosen Plan, 25 in Go und Plus, 40 in Pro, Business, Enterprise und Edu.
Wo es aufhört: drei Grenzen
- Es bleibt bei OpenAI. ChatGPTs Gedächtnis lebt in deinem OpenAI-Konto. Claude, Cursor oder Mistral Vibe sehen nichts davon. Ob gespeicherte Erinnerungen im Datenexport stecken, sagt OpenAI nicht, und beim Übertragen exportierter Chats in ein anderes Konto ziehen Erinnerungen laut OpenAI nicht mit um.
- Dokumente nur am Rand. Dateien aus der Bibliothek können als Quelle dienen, Dateien und Gmail aber nur in Plus und Pro. Die Quellen unter einer Antwort nennen Chat, Erinnerung oder Datei. Eine Fundstelle bis zur Seite beschreibt OpenAI nicht, und OpenAI schreibt selbst, dass die Quellenangabe nicht jeden Einfluss zeigt.
- ChatGPT entscheidet, was bleibt. Die Zusammenfassung aktualisiert sich selbst, weniger genutzte Erinnerungen rücken in den Hintergrund. Für Vorlieben ist das bequem. Für eine Entscheidung, die du in einem halben Jahr wiederfinden musst, ist es ein unsicherer Ort.
Wie dein Wissen dauerhaft bleibt
Was bleiben soll, legst du am besten außerhalb von ChatGPT ab, in einem Gedächtnis, das du selbst kontrollierst und das jede KI-App lesen kann. ChatGPT bindet so etwas als eigenen MCP-Server an. MCP ist der offene Standard dafür, Claude, Mistral Vibe und Cursor sprechen ihn auch. Memexa ist ein solches Gedächtnis: Notizen, PDFs und Scans werden zu einem verknüpften Wissensgraphen, Scans laufen durch Texterkennung, und Antworten nennen die Fundstelle bis zur Seite. Die Verbindung ist eine URL:
ChatGPT (chatgpt.com)
chatgpt.com/plugins → Hinzufügen → Benutzerdefinierten MCP-Server hinzufügen → Name, https://brain.memexa.ai/mcp, OAuth → Als Plugin erstellen
Claude (claude.ai)
Einstellungen → Connectors → Eigenen Connector hinzufügen → https://brain.memexa.ai/mcp
Im Plus-Plan haben wir den Weg selbst geprüft. OpenAIs Hilfeseite nennt eigene MCP-Server bisher nur für Business, Enterprise und Edu sowie für Pro mit Leserechten, und das Einrichten geht nur im Browser. Den kostenlosen ChatGPT-Plan haben wir nicht geprüft. Claude erlaubt einen eigenen Connector auch im kostenlosen Plan. Einmal im Browser anmelden, keine Tokens kopieren. Die ganze Anleitung für beide Apps steht in ChatGPT und Claude mit demselben Gedächtnis.
Wichtig: Speichern passiert nicht von selbst
Ein MCP-Gedächtnis schneidet deine Chats nicht mit. ChatGPT bekommt Werkzeuge zum Suchen, Lesen und Speichern und entscheidet im Gespräch, wann es sie benutzt. Lesen klappt meist ohne Aufforderung, sobald eine Frage nach deinem Wissen klingt. Gespeichert wird, wenn du es sagst: „Merk dir in Memexa …“. Vor Änderungen fragt ChatGPT je nach Einstellung nach, und in den Einstellungen (Settings → Plugins → Permissions) legst du fest, wie oft. Dokumente kommen ohnehin nicht über den Chat hinein: Du lädst sie in Memexa hoch.
| Wo es liegt | Was es sich merkt | Fundstelle bis zur Seite | |
|---|---|---|---|
| ChatGPT-Gedächtnis | Dein OpenAI-Konto | Zusammenfassung oder Liste aus deinen Chats, je nach Plan auch Dateien | Nein |
| Projekt-Gedächtnis in ChatGPT | Ein einzelnes Projekt | Chats und Dateien dieses Projekts | Nein |
| Memexa | Gehostet in der EU, in jeder KI-App mit MCP | Notizen, Dokumente und Scans als verknüpfter Wissensgraph | Ja |
Wo deine Daten liegen
Memexa hostet in der EU unter der DSGVO, deine Inhalte werden nie für Training verwendet, und alles exportiert mit einem Klick, die Notizen als Markdown. Ruft ChatGPT ein Werkzeug auf, bekommt es nur die Treffer zu dieser Anfrage, nicht dein ganzes Gedächtnis. Diese Treffer sind dann Teil des Gesprächs bei OpenAI. Alle Anbieter mit Sitz und Zweck stehen auf der Seite Vertrauen.